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Skriptorium Missa "Dona nobis pacem" von Marie Joseph Erb

Missa "Dona nobis pacem" von Marie Joseph Erb

Erb kehre 1880 ins Elsass zurück. Er nimmt dort verschiedene Organistenstellen an und engagiert sich rege in der Gründung und Förderung von Gesellschaften, Vereinen und Zeitschriften zur Förderung der Kirchenmusik. Sein kompositorisches Schaffen umfasst umfangreiche Orchesterwerke ebenso wie Werke für Klavier, Cello, Orgel und Chorwerke.  Sein Wirkungsfeld war sicher geprägt vom Zeitgeist: Leidenschaftlich-flehende Melodien, kühne Harmonien, die stets sagen: Wer Musik macht, streitet nicht!

Vor diesem Hintergrund nähern wir uns Erbs Missa „Dona nobis pacem“: Das Werk für vierstimmigen gemischten Chor, Orgel und Orchester wurde 1937 in der Kathedrale zu Straßburg uraufgeführt. Komponiert für den 1937 stattfindenden Kongress für Kirchenmusik in Paris fand diese Messe weite Verbreitung insbesondere in den USA, Südamerika und Kanada. Durchgehend in klarem C-Dur gehalten, verwandelt er aussagekräftige Passagen in die Paralleltonart a-Moll. Kommen die unterschiedlichen Teile des Messordinariums im flotten 4/4-Takt aus, wird der Chor im Credo mit einem 6/4-Takt (Maestoso!) rhythmisch herausgefordert. Entgegen aller Konventionen ist das besonders aussagekräftige „Dona nobis pacem“ im Agnus Dei im „Largamente“ gehalten. Der Chor hat diesen Ruf nach Frieden im Fortissimo mit lang gehaltenen Noten zu singen. Es dürfte kaum eine vergleichbare Messkomposition geben, die diesen Frieden im Gesang so eindringlich-kräftig herbeifleht.

Die Missa „Dona nobis pacem“ kennt keine Soli – sie ist entweder allein mit obligater Orgel oder mit  Orchester aufführbar, was dem Werk einen besonderen aufführungspraktischen Reiz verschafft. Freuen wir uns auf ein interessantes Werk - ein Geheimtipp für vielseitige Chöre!

Aktualisiert (Sonntag, den 07. Februar 2010 um 14:44 Uhr)